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Was konnten sie tun?
Widerstand gegen den Nationalsozialismus 1939–1945
Eine Ausstellung der Stiftung 20. Juli 1944 und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand

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Hans Scholl

Auf dem Portraitfoto sieht Hans Scholl nachdenklich aus.
Auf dem Portraitfoto sieht Hans Scholl nachdenklich aus.

Hans Scholl

© Privatbesitz

„... wer von uns ahnt das Ausmass der Schmach, die über uns und unsere Kinder kommen wird, wenn einst der Schleier von unseren Augen gefallen ist und die grauenvollsten und jegliches Mass unendlich überschreitenden Verbrechen ans Tageslicht treten?“

Auszug aus dem ersten Flugblatt der Weißen Rose, Juni 1942

Der 1918 in Ingersheim/Württemberg geborene Hans Scholl wächst mit vier Geschwistern in einem liberalen protestantischen Elternhaus auf und wird stark von der bündischen Jugend beeinflusst. Seit 1933 engagiert sich Hans Scholl in der Hitlerjugend und steigt hier zum "Fähnleinführer" auf. Er wendet sich jedoch bald vom Nationalsozialismus ab und gründet 1936 in Ulm eine Gruppe, die sich an den Lebensformen und Zielen der von den Nationalsozialisten verbotenen "deutschen jungenschaft vom 1.11.1929" (dj.1.11) orientiert. Ende 1937 inhaftiert ihn die Gestapo für zwei Wochen. Nach dem Arbeits- und Wehrdienst studiert Hans Scholl ab dem Sommersemester 1939 in München Medizin. Im Mai 1940 wird er als Sanitäter an der französischen Front eingesetzt. Hans Scholl kann im April 1941 bei der 2. Studentenkompanie der Heeressanitätsstaffel in München sein Studium fortsetzen, wo er im Juni 1941 Alexander Schmorell kennenlernt. Seit Herbst 1941 hält Hans Scholl engen Kontakt zu dem katholischen Publizisten Carl Muth. Im Juni und Juli 1942 verbreiten Hans Scholl und Alexander Schmorell die ersten vier Flugblätter der Weißen Rose. Gemeinsam mit Schmorell und Willi Graf wird Hans Scholl von Ende Juli bis Ende Oktober 1942 zu einer "Feldfamulatur" in die Sowjetunion abkommandiert. Nach der Rückkehr an die Münchener Universität setzt er seine Widerstandsaktionen fort. Das fünfte Flugblatt der Gruppe wird von Hans Scholl, seiner Schwester Sophie, Alexander Schmorell und Willi Graf vervielfältigt und verbreitet. Im Februar 1943 schreibt er gemeinsam mit Alexander Schmorell und mit Unterstützung von Willi Graf Parolen wie "Freiheit" und "Nieder mit Hitler" an Münchener Hausfassaden. Das sechste und letzte Flugblatt der Weißen Rose wird von den Geschwistern Scholl am 18. Februar 1943 in der Münchener Universität ausgelegt und auch in den Lichthof geworfen. Sie werden noch in der Universität festgenommen, vier Tage später vom "Volksgerichtshof" zum Tode verurteilt und am selben Tag im Strafgefängnis München-Stadelheim ermordet.

Alexander Schmorell

Alexander Schmorell, Marienau um 1940
Alexander Schmorell, Marienau um 1940

Alexander Schmorell

© Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Der 1917 in Orenburg/Russland geborene Alexander Schmorell entstammt einer deutsch-russischen Familie, die seit 1921 in München lebt. Er wächst mit starken Bindungen an seine russische Herkunft auf, zu Hause wird Russisch gesprochen. Unmittelbar nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 tritt Schmorell der SA bei und wird 1934 Mitglied der Hitlerjugend, wendet sich jedoch schon 1937 während seines Arbeitsdienstes radikal gegen die geistige Vereinnahmung durch den Nationalsozialismus. Nach dem Wehrdienst beginnt er 1939 in Hamburg mit dem Medizinstudium, das er im Wintersemester 1939 in München fortsetzt. Im Juni 1941 lernt er in der 2. Studentenkompanie der Heeressanitätsstaffel in München Hans Scholl kennen. Beide sind seit April 1941 hier kaserniert. Ein Jahr später setzt auch Willi Graf sein Medizinstudium in dieser Kompanie fort. Hans Scholl und Alexander Schmorell verfassen die ersten vier Flugblätter der Weißen Rose, ehe sie gemeinsam mit Willi Graf Ende Juli 1942 zu einer "Feldfamulatur" an die Ostfront abkommandiert werden. Das Land und die Menschen beeindrucken Alexander Schmorell tief. Unter dem Eindruck der verbrecherischen Kriegsführung solidarisiert er sich mit der einheimischen Bevölkerung. Nach der Rückkehr suchen Schmorell, Scholl und Graf Kontakte zu anderen Widerstandsgruppen. Schmorell nimmt auch an der Herstellung des fünften und sechsten Flugblattes der Weißen Rose teil. Im Februar 1943 schreiben Alexander Schmorell, Hans Scholl und Willi Graf Freiheitsparolen an Münchener Hausfassaden. Nach der Festnahme von Hans und Sophie Scholl am 18. Februar 1943 versucht Schmorell zu fliehen. Als er nach München zurückkehrt, wird er am 24. Februar 1943 sofort festgenommen, am 19. April 1943 vom "Volksgerichtshof" zum Tode verurteilt und am 13. Juli 1943 im Strafgefängnis München-Stadelheim ermordet.

Bericht der Gestapo zu Flugblättern und Aktionen der Widerstandsgruppe Weiße Rose vom 20.02.1943

Bericht der Gestapo zu Flugblättern und Aktionen der Widerstandsgruppe Weiße Rose vom 20.02.1943

© Bundesarchiv
Erstes Flugblatt der Weißen Rose, Juni 1942

Erstes Flugblatt der Weißen Rose, Juni 1942

© Bundesarchiv
Zweites Flugblatt der Weißen Rose, Juni 1942

Zweites Flugblatt der Weißen Rose, Juni 1942

© Bundesarchiv
Drittes Flugblatt der Weißen Rose, Juli 1942

Drittes Flugblatt der Weißen Rose, Juli 1942

© Bundesarchiv
Viertes Flugblatt der Weißen Rose, Juli 1942

Viertes Flugblatt der Weißen Rose, Juli 1942

© Bundesarchiv
Fünftes Flugblatt der Weißen Rose, Januar 1943

Fünftes Flugblatt der Weißen Rose, Januar 1943

© Bundesarchiv
Sechstes Flugblatt der Weißen Rose, Februar 1943

Sechstes Flugblatt der Weißen Rose, Februar 1943

© Bundesarchiv
Personen

Willi Graf

Willi Graf

© 2026 Gedenkstätte Deutscher Widerstand www.gdw-berlin.de

Christoph Probst

Christoph Probst

© 2026 Gedenkstätte Deutscher Widerstand www.gdw-berlin.de

Sophie Scholl

Sophie Scholl

© 2026 Gedenkstätte Deutscher Widerstand www.gdw-berlin.de

Kurt Huber

Kurt Huber

© 2026 Gedenkstätte Deutscher Widerstand www.gdw-berlin.de

Traute Lafrenz

Traute Lafrenz

© 2026 Gedenkstätte Deutscher Widerstand www.gdw-berlin.de
Literatur

Christiane Moll (Hrsg.): Alexander Schmorell – Christoph Probst. Gesammelte Briefe. Berlin 2011.

Hans und Sophie Scholl: Briefe und Aufzeichnungen. Hrsg. von Inge Jens. Frankfurt am Main 1984.

Richard Hanser: Deutschland zuliebe. Leben und Sterben der Geschwister Scholl. Die Geschichte der Weißen Rose. München 1982.

Links

Die Weiße Rose bei der Bundeszentrale für politische Bildung: bpb.de

Die Weiße Rose Stiftung e.V.: weisse-rose-stiftung.de

Ulmer Denk Stätte Weiße Rose: vh-ulm.de

Weiterführende Links zur Weißen Rose: dmoz.org

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